Angelberichte

Berichte unserer Teamer direkt vom Wasser

EBRO – ERSATZ – TRIP

EBRO – ERSATZ – TRIP

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Für uns gehört Reisen und Karpfenangeln irgendwie zusammen und so planten Dennis und ich unseren nächsten Trip. Mitte April sollte es nach Spanien gehen, genauer gesagt nach Mequinenza. 7 Tage wollten wir kurz vor der Laichzeit im Ebro und Segre einen wahren Schatz bergen. Eine Woche Bootsangeln auf Karpfen sollte es werden, so zumindest der Plan.

Doch leider hat sich in den Wochen vor unserer Reise die Situation rund um die Corona Krise verschärft und eine Reise nach Spanien kam nicht in Frage. So standen wir nun hier und fragten uns, was wir mit unserer Woche Urlaub denn nun machen sollten?

Wir machten uns Gedanken und beschlossen die Woche an einem Baggersee bei uns um die Ecke zu verbringen. Statt der geplanten 12 Stunden Autofahrt also nur 15 min.

Da wir bereits häufiger an diesem See geangelt haben, kennen wir die Spots dort sehr gut und so entschieden wir uns, die Gelegenheit der kurzen Fahrtdistanz auszunutzen und eine Woche lang jeden zweiten Abend gegen 20.00 Uhr vor zu füttern. Mit dem Futterboot luden wir also etwa 2 kg Partikelmix und je eine Hand voll #333 und #21 Boilies in verschiedenen Größen auf vier Spots ab. Die Boilies soakten wir vorher in den neuen Natural Liquids GLM und Bloodworm und ummantelten diese anschließend mit Red Krill- und Premium Halibut Stickmix.

Als Spots wählten wir zwei kleine kiesige Plätze auf ca. 6m Tiefe unter überhängenden Bäumen, einen am Beginn einer flachen Bucht auf 5m Tiefe und einen in der Seemitte auf einem steil ansteigenden Plateau auf etwa 7m Tiefe. Als Hakenköder sollten es 20mm und 24mm #333 mit einem Maiskorn an einem 5er Wide Gap Beaked Haken sein. Wir hielten die Montagen so einfach wie möglich und fischten zwischen 130gr. und 225gr. Bleie an einer Safety-Clip Montage mit einem etwa 15 cm ummantelten Vorfach.

Die Tage der Vorbereitung vergingen wie im Flug und schon bauten wir unser Lager für eine Woche auf. Gegen 17.00 Uhr lagen alle vier Ruten und wir machten es uns auf unseren Stühlen bequem, stießen mit dem ersten Bier an und hießen den Urlaub willkommen.

Zwischen 19.30 Uhr und 20.30 Uhr liefen drei der vier Ruten auch direkt ab. Die Fische hatten sich auf unsere Zeiten des Vorfütterns eingestellt und erschienen pünktlich zum Abendessen. Lediglich die Rute auf dem Plateau lag ruhig und brachte keinen Biss und das sollte auch ein paar Tage lang so bleiben. Die erste Nacht verlief hingegen der Erwartungen sehr ruhig und blieb ohne weitere Aktion.

Am nächsten Vormittag jedoch fingen wir innerhalb von etwa 6h 12 Karpfen bis 13 kg. Teilweise hatten wir Doppelruns und wir wussten gar nicht wie uns geschieht. Die Fische standen voll auf unseren Futterplätzen und ließen sich die Köder schmecken.

Aber so schnell wie der Spuck erschien, war er auch wieder vorbei.

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Nachmittags zog langsam aber sicher ein kalter Nordwind auf, welcher voll auf unsere Seeseite drückte. Nicht nur wir hatten mit dem eiskalten Wind zu kämpfen, auch die Bisse nahmen schlagartig ab und wir fingen nur noch vereinzelt. Der Luftdruck fiel und der Wind nahm zu, eigentlich optimale Bedingungen aber die Fische fühlten sich durch den kalten Wind gestört.

Der nächste Tag verging wie im Flug und leider verstärkte sich unsere Vermutung, die Karpfen hatten sich bereits versammelt und bereiteten sich langsam auf das Laichen vor. Scheinbar verging ihnen durch den kalten Wind jedoch die Fresslaune.

Zu dieser Jahreszeit, wie auch in den meisten anderen, ist es super wichtig die Fische zu lokalisieren und so beschlossen wir, keine weitere Zeit zu verlieren, eine Runde durch den Wald zu drehen und zu schauen, ob wir Karpfen ausmachen konnten.

Nach etwa einer Stunde fanden wir eine gute Gruppe Karpfen direkt unter umgefallenen Bäumen. Das interessante an dieser Stelle war, das durch das viele Wasser im See die Bäume und auch die Wiese dahinter etwa Knietief unter Wasser stand. Die Karpfen hielten sich genau hier auf. Wie auf den Bilder zu sehen, nutzten sie die Schneise zwischen den Bäumen, um den dahinter liegenden Bereich zu erreichen, quasi wie eine Art Einfahrt. Wir dachten uns, dieser Platz ist optimal.

Wir platzierten also eine Rute für die Nacht etwa 3m vor den Bäumen auf etwa 4,5m Wassertiefe und eine für den Tag etwa 1m vor dem Baum auf etwa 3m Wassertiefe. Wir entschieden uns hier für einen #333 mit einem auffälligen 16mm #21 Pop-Up. Unser Plan ging vollkommen auf. Die Rute lag keine 5 min und schon lief sie ab.

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Von nun an kamen wieder konstant mehr Bisse, der Wind lies nach und es schien als hätten wir die Fische tatsächlich gefunden.

Nebenbei verbrachten wir bei sonnigen aber kaltem Wetter eine wirklich schöne Zeit. Und mal eben zum Duschen nach Hause fahren ist auch ein echter Vorteil.

Unsere Ruten liefen nun regelmäßig ab, jedoch blieben die wirklich Dicken aus.

Das sollte sich in der nächsten Nacht jedoch ändern. Die für die Nacht neu platzierte Rute lief tatsächlich ab und nach einem schier unendlichen Drill kescherten wir einen bulligen Schuppi. Dennis und ich schauten uns an und meinten beide, so schlecht ist der nicht. Doch was uns bei dem Blick in den Kescher erwartete konnten wir beide nicht glauben. 26,1 kg wahre Schuppen-Power, was ein Fisch und das an unserem 11 Hektar Baggersee.

Nach einer super schönen und teils verrückten Woche war es dann aber leider auch wieder an der Zeit die Heimreise anzutreten, zum Glück ja nur 15 min. Wie immer am Ende einer Reise überkommt einen das Gefühl, dass die Zeit viel zu schnell vorüberging, jedoch sind wir uns beide einig, dass wir mit Abstand das Beste aus der aktuellen Situation gemacht haben.

Wir wünschen Euch und Euren Liebsten viel Gesundheit und einen erfolgreichen Start in die neue Saison und bis bald

Dennis & Max

Auf der Suche nach den Dicken

AUF DER SUCHE NACH DEN DICKEN

Bereits im letzten Jahr hatte Dennis eines Nachts am See die spontane Idee geäußert, eine Woche ins gelobte Land zu reisen, um mal einen der richtig Dicken zu fangen. Schnell war das Gewässer ausgewählt und klar, dass es im Juni losgehen sollte. Wir entschieden uns für einen etwa 5ha großen Flachlandsee mit einigen Inseln im Herzen von Frankreich.

Mit ordentlich Nervosität bzgl. einer möglichen Laichzeit der Karpfen im Gepäck fuhren wir mit einem bis unters Dach beladen VW Bus am Samstagmorgen gegen 5.00 Uhr los. Etwa sechs Stunden später kamen wir in unserem neuen zu Hause an. Wir wollten uns eine Woche Zeit nehmen, hoffentlich die 20kg Marke knacken und gleichzeitig einen erholsamen Urlaub verbringen, um etwas dem Alltagsstress zu entrinnen.

Nachdem wir unsere kleine aber feine Gartenhütte bezogen hatten, machten wir uns gleich auf die Suche nach geeigneten Spots. Wir wollten uns für die Suche viel Zeit nehmen und so verbrachten wir den ein oder anderen Moment damit, einfach nur das Wasser zu beobachten, um mögliche Aktionen an der Oberfläche zu beobachten.

Auf dem Schlauchboot mit Echolot und Taststab vergingen schnell mehrere Stunden bis wir geeignete Plätze gefunden hatten. Wir suchten uns ganz unterschiedliche Spots. Von 50cm Wassertiefe unter einem Baum bis zu 2m Wassertiefe auf einem super kiesigen Boden hatten wir alles dabei.

Wir fütterten die Plätze mit einigen #333 und Gorilla Banana Boilies von Gorilla Baits, welche wir zuvor bereits einige Zeit in dazu passenden Liquids und Stickmixen oder gecrushten Boilies eingelegt hatten. Wir verzichteten in diesem Fall komplett auf Partikel, da wir aus verschiedenen Erzählungen den Bestand an Brassen bereits fürchteten.

Als Hakenköder wählten wir mindestens 2x 20mm Boilies als Bodenköder oder einen Schneemann aus einem 20mm Bodenköder und 16mm Popup an einem 6er Short Curve Haken. Wir hielten die Montagen so einfach wie möglich und fischten ein 120gr. Inlineblei mit einem etwa 20 cm ummantelten Vorfach.

Nachdem wir alle Plätze gefüttert hatten, war es an der Zeit unsere Ruten abzulegen. Hierzu speicherten wir die Plätze fein säuberlich in das GPS ein, entfernten die vorher verteilten H-Bojen und platzierten die Rigs zielgenau und möglichst unauffällig auf den vorher teils großflächig angelegten Futterplätzen.

Mittlerweile war es bereits früher Abend, der erste Tag verging wie im Fluge und wir entschieden uns in aller Ruhe zu grillen. Nun konnte der Urlaub also beginnen.

Und wie geträumt, hatten wir nach etwa einer Stunde den ersten Run auf die unter einem von einer Insel überhängendem Baum platzierten Rute. Wir hatten sofort das Gefühl, dass unsere Taktik aufgeht. Ein durchschnittlicher Spiegler gab sich nach einem kurzen Drill geschlagen und eröffnete unser Abenteuer in Frankreich.

Nach einer Nacht mit den ersten kleineren Fischen, begann der „Wahnsinn“ während des Frühstücks. Bereits am ersten Morgen fing ich einen alten und sehr markanten Spiegler mit über 21kg. Ich dachte mir zu diesem Zeitpunkt voller Entspannung: „Ziel erreicht, jetzt kann ich mich zurücklegen und Dennis macht den Rest“.

Der Spot am Ende einer langsam abfallenden Kante auf etwa 1,40m Wassertiefe, direkt am Übergang von Kies in leichten Schlamm entwickelte sich zu einem echten Großfisch Spot. Die Rute lief jeden Morgen pünktlich zum Frühstück ab und brachte uns im Laufe der Woche einige Fische, davon waren alle über 18kg schwer!

Nach und nach liefen nahezu alle Plätze an. Wir merkten schnell, das manchmal 10 cm Wassertiefe und / oder 1 Meter links oder rechts dem Unterschied machten.

Trotz der doch größer gewählten Köder fingen wir weit über 30 Brassen in dieser Woche. Daher fingen wir  langsam an, Partikel als „Ablenkungsmanöver“ dazu zu füttern. Dieser Plan ging nur bedingt auf, aber zumindest dauerte es nun mehrere Stunden bis die ein oder andere Brasse biss und so hatten die Karpfen mehr Zeit sich auf den Plätzen auszutoben.

Nebenbei verbrachten wir bei bestem Wetter eine wirklich schöne Zeit und hatten durchgehend Besuch von unterschiedlichen Tieren. So wurden wir zum Beispiel auch von Gänsen anstatt eines Piepsers der Bissanzeiger aus dem Schlaf gerissen.

Nach einer super schönen Woche war es dann aber leider auch wieder an der Zeit die Heimreise anzutreten. Wie immer am Ende einer Reise überkommt einen das Gefühl, dass die Zeit viel zu schnell vorüberging und so entschieden wir noch während des Urlaubes direkt die nächste Reise zu planen und so wartet schon das nächste Abenteuer an einem neuen Gewässer auf uns.

Rückblickend wurden all unsere Ziele bei weitem übertroffen und so konnten wir natürlich mit gutem Gewissen wieder nach Deutschland zurückkehren.

Eine schöne Natur, gutes Essen, nette Menschen und das wunderbare Wetter sorgten für einen ganz besonderen Urlaub. Schöne Fische rundeten die Woche ab und so verbrachten wir trotz über 40 Karpfen in einer Woche mit sehr wenig Schlaf einen super Urlaub 😉

Einen schönen Sommer und viel Erfolg am Wasser
Dennis & Max

Eine Traumsession im April

EINE TRAUMSESSION IM APRIL

Mitte April, die Fahrzeuge bis unters Dach vollgepackt, geht es fast schon traditionell mit Freunden nach Frankreich um die Saison so richtig einzuläuten.

Ziel war dieses Mal der bekannte Etang de Gaulois im wunderschönen Burgund gelegen.

Ein oder zweimal im Jahr gönne ich mir den Luxus und befische einen der sogenannten Paylakes. Ich sehe da nichts verwerfliches darin, es ist vielmehr eine spezielle Herausforderung an so einem stark befischten Gewässer erfolgreich zu sein. Eher spärlich besetzte Gewässer habe ich zuhause genug, da darf es im Urlaub auch mal ein gut besetztes kommerziell bewirtschaftetes Gewässer sein.

Am See angekommen wurden wir sehr freundlich von den Seebesitzern empfangen und es wurde uns die sehr gepflegte Anlage gezeigt , danach konnten wir unsere Plätze beziehen und unser Lager aufbauen.

Die Lotrute bestätigte die im Voraus eingeholten Informationen und ich fand in ca. 80m Entfernung ein Areal, das etwas härter war als die Bereiche davor und dahinter.

Hier sollte mein hochwertiges Futter seine Trümpfe ausspielen und die Fische an den Platz locken.

Mit der Spomb und dem Wurfrohr wurden einige Gorilla Bananas und #333 Boilies in 15 und 20mm verteilt. Hinzu kamen noch etliche Ladungen der Red Halibut Pellets.

Eigentlich sind hier 4 Ruten pro Angler erlaubt, ich entschied mich aber dazu erst einmal mit 3 Ruten zu starten, der mir zur Verfügung stehende Platz erschien mir persönlich einfach zu klein um 4 Rigs effektiv zu präsentieren.

Bei den Rigs ging ich keine Kompromisse ein und fischte meine bewährten Fluoro Carbon Stiff Rigs entweder mit weichem Haar oder mit Micro Ring Swivel gleitend auf dem Hakenschenkel.

Als Köder präsentierte ich kleine ausbalancierte Schneemänner, einmal mit Gorilla Banane und G-Pop und die zweite Montage wurde mit meinen geliebten #333 Boilies beködert. Die dritte Rute wollte ich mit Pellets etwas abseits vom Futterplatz fischen.

Das Lager war noch nicht richtig eingerichtet, da lief auch schon die Pellet-Rute ab und ein kugelrunder Schuppi fand den Weg in meinen Kescher. Das ging ja gut los.

Kurz nach Einbruch der Dunkelheit meldete sich die Banana Rute und ein kampfstarker Spiegler konnte eingenetzt werden. Danach wurde es sehr frisch und die Bissanzeiger blieben den Rest der Nacht stumm.

Nach der frostigen Nacht kam dann auch noch ein sehr ungemütlicher Nordostwind auf der natürlich genau auf unser Ufer stand dementsprechend verlief auch der erste Tag sehr ruhig.

Die Wettervorhersage versprach aber Besserung und das war für mich das Signal nochmal gut Futter nachzulegen.

Die Nacht wurde wieder sehr kalt mit Bodenfrost, den ich mehrmals zu spüren bekam, da die Fische jetzt den Platz angenommen hatten und ich mehrmals aus dem warmen Schlafsack musste, um zu drillen oder für meine Begleiter Kescherbuddy und Fotograf spielen durfte.

Es war nun regelmäßig Aktion auf meinem Futterplatz, aber die Hauptbeißzeit pendelte sich auf die ganz frühen Morgenstunden ein, was schon ein bisschen an der Kondition zehrte. Von ca. 3 Uhr an waren wir nun jede Nacht auf den Beinen und fanden kaum noch Zeit, um die bequeme Liege zu genießen.

Die Fische waren in Fresslaune und ich erhöhte täglich die Futtermenge, was sich schließlich auszahlte.

Die vorletzte Nacht war angebrochen und ab Mitternacht bis zur Morgendämmerung kam ich nicht aus der Wathose heraus, 9 Fische in 6 Stunden, Drillen, Fotos machen, Rigs tauschen, neu beködern und nachfüttern, nebenbei noch die Fische meiner Freunde ablichten, ein Fulltime Job der angenehmen Art. Auch hatten sich die jetzt die großen Karpfen auf dem  Futterplatz breit gemacht und die 25 Kilo Marke wurde durchbrochen.

Erschöpft aber glücklich gönnte ich mir am Vormittag ein kleines Nickerchen um danach den Futterplatz nochmal richtig zu aktivieren, einige Kilo #333er und Pellets wurden Richtung Horizont gefeuert, viel schiefgehen konnte jetzt eh nicht mehr. Etliche richtig gute Fische hatte ich auf der Habenseite, der Kumpel mit PB, was jetzt kommt ist gerne genommene Zugabe.

Die Wettervorhersage versprach aber Besserung und das war für mich das Signal nochmal gut Futter nachzulegen.

Die Nacht wurde wieder sehr kalt mit Bodenfrost, den ich mehrmals zu spüren bekam, da die Fische jetzt den Platz angenommen hatten und ich mehrmals aus dem warmen Schlafsack musste, um zu drillen oder für meine Begleiter Kescherbuddy und Fotograf spielen durfte.

Es war nun regelmäßig Aktion auf meinem Futterplatz, aber die Hauptbeißzeit pendelte sich auf die ganz frühen Morgenstunden ein, was schon ein bisschen an der Kondition zehrte. Von ca. 3 Uhr an waren wir nun jede Nacht auf den Beinen und fanden kaum noch Zeit, um die bequeme Liege zu genießen.

Die Nacht begann bei mir sehr ruhig, wobei meine Kumpels ein paar Fische fangen konnten. War es dann doch zu viel Futter? War meine Taktik nur noch mit 2 Ruten zu fischen etwas übermütig? Weit gefehlt, am Ende dieser Vollmondnacht liefen beide Ruten innerhalb einer Stunde ab, der erste Fisch, ein mit einzelnen Schuppen sehr schön gezeichneter bulliger Spiegler mit 27,5 Kilo sollte nur die Vorhut sein. Mein letzter Drill des Trips zog sich ziemlich in die Länge, der Fisch blieb sehr ruhig und setzte eigentlich nur sein Gewicht ein um dann ab und zu wie ein Traktor langsam aber kraftvoll wieder abzuziehen. Jeden Meter Schnur musste ich mir doch sehr erkämpfen. Endlich im Kescher erkannte ich erst die Ausmaße dieses Giganten, mit 33 Kilo hatte ich einen der Topfische des Sees gelandet.

Besser kann ein Trip mit Freunden nicht enden.

Die Fische waren in Fresslaune und ich erhöhte täglich die Futtermenge, was sich schließlich auszahlte.

Ich wünsche allen Lesern eine erfolgreiche Saison und viel Spaß am Wasser.

 

Petri Heil

 

Marco Müller

Erfolgreich am neuen Gewässer

ERFOLGREICH AM NEUEN GEWÄSSER

Ende März ging es für mich wieder ein Wochenende raus an ein neues Gewässer. Da das Wasser noch sehr kalt war, war die richtige Futterstrategie enorm wichtig.

Ich entschied mich für einen attraktiven Pelletmix. Diesen stellte ich aus Pellets in unterschiedlichen Größen her und mischte noch Hanf hinzu.

Schnell war auch das Tackle aufgebaut und die Plätze angefüttert. Natürlich durften auch ein paar #007 Boilies in 15mm nicht fehlen. Gerade im Frühjahr setze ich in der Regel lieber auf kleine Köder.

Mit dem Hakenköder wollte ich auffällige Akzente setzen. Ich entschied mich für Rote und Pinke G-Pops in 16mm. Diese präsentierte ich an einem D-Rig. Für mich im frühen Frühjahr eine effektive Taktik – die mit Erflog aufging.

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Schöne Frühjahrskarpfen wünscht euch

Selina Kürner

Frühjahrserwachen

FRÜHJAHRSERWACHEN

Mitte Februar waren die Gewässer bei uns endlich wieder eisfrei und für mich ging es zum ersten Mal in diesem Jahr für eine Nacht ans Wasser. Da ich dieses Gewässer schon längere Zeit befische, stand die Platzwahl im Vorfeld schon fest. Unter Wasser herrscht immer noch Winter, weshalb gerade jetzt eine gut durchdachte Futterstrategie notwendig ist.

Ich griff zu unseren Premium Halibut Stickmix, welcher auch bei kalten Temperaturen in allen Wasserschichten gut arbeitet. Diesen habe ich zusätzlich noch mit ein paar #007 Gorilla Baits Boilies gepimpt, ein Köder, dem ich zu jeder Jahreszeit mein Vertrauen schenke.

Im Anschluss wurde das Futterboot beladen und ich fuhr ich meine Montage, bestehend aus einem 16mm roten G-Pop, an meinen ausgewählten Spod. Trotz frostigen Temperaturen ging meine Taktik auf und die Nacht war erfolgreich. Ich konnte einen wunderschönen Spiegler fangen!

Tight Lines wünscht euch

 

Selina Kürner

Ab in den Süden

AB IN DEN SÜDEN

Schon früh hatte ich mich entschieden, auch dieses Jahr wieder an den Ebro nach Spanien zu fahren. Während der Fokus letztes Jahr noch auf die Waller gerichtet war, hatte ich es dieses Jahr auf die Karpfen abgesehen. Gemeinsam mit einem guten Freund machte ich mich schon freitags auf den Weg und nach 15 Stunden Fahrt kamen wir dann am Samstag in der Ortschaft Caspe an, die direkt am großen Stausee liegt, welcher auch „Mar de Aragon“ genannt wird. Eine Woche lang wollten wir unser Glück versuchen und ein paar der kampstarken Wildkarpfen überlisten.

Nachdem wir unser Apartment im Catfish Camp Caspe bezogen hatten, machten wir uns auch gleich auf den Weg zum Hafen. Dort schafften wir das ganze Tackle in unser Boot und machten uns mit dem Echolot auf die Suche nach einem geeigneten Angelplatz. Nach einer Weile auf dem Wasser fanden wir einen geeigneten Platz mit Struktur, an dem auch viel Fischaktivität zu beobachten war.

Im Gegensatz zu vielen anderen Gewässern ist es am Ebro nicht falsch, viel zu füttern. Der Fischreichtum ist enorm und ein Futterplatz schnell leergefegt. Dafür sorgen nicht nur die Karpfen, auch die Waller haben sich als „Sammler“ spezialisiert. Ich füttere am Ebro eine Mischung aus Mais, Heilbuttpellets und fruchtigen Boilies, wie z.B. dem Gorilla Banana aus unserer Gorilla Baits Range.

Wichtig ist auf jeden Fall, die Menge an fischigen Futterkomponenten möglichst gering zu halten. Mein Futter besteht deshalb wirklich zu 70% aus gekochtem Hartmais. Ebenfalls wichtig ist mir eine großflächige Fütterung. Ich habe es schon erlebt, dass ein ganzer Sack Pellets einfach auf den Futterplatz gekippt wurde. Das zieht die Waller an und genau diesen Effekt möchte ich vermeiden. Ein Waller der Mittelklasse macht an der Karpfenrute zwar wirklich Spaß, aber ich möchte ja Karpfen fangen. Als Hakenköder fischte ich auf der einen Rute einen #333 und auf der anderen Rute eine Maiskette. Am Ebro finde ich es wichtig mit geschmacklichen Attraktoren zu arbeiten. Man kann hier jeden fischigen oder fruchtigen Dip verwenden. Ich entschied mich für eine Kombination aus #333 und einem Muschel-Liquid. Das Liquid lasse ich dabei einige Stunden oder sogar einen ganzen Tag antrocknen. Der visuelle Reiz und der Geruch bleiben so über einen längeren Zeitraum erhalten.

Nachdem wir etwas gefüttert hatten war es an der Zeit, unsere Ruten rauszufahren. Unsere Köder legten wir auf ca. 120m Distanz in einer 13m tiefen Rinne aus, wo früher das alte Flussbett war. Nach nur einer Stunde bekam ich den ersten Run und wir hatten sofort das Gefühl, unsere Taktik richtig gewählt zu haben. Ein durchschnittlicher Schuppi gab sich nach einem harten Drill geschlagen.

Doch was nach diesem ersten Fisch folgte war Ruhe. Nicht nur an diesem Tag, auch die nächsten zwei Tage schwiegen unsere Bissanzeiger völlig. Wir änderten die Rigs, fischten in flacheren Bereichen, fütterten nur wenig doch das half alles nichts. Dabei waren die Fische auf dem Platz. Auch bei den anderen im Camp ging nichts mehr und es wurde darüber spekuliert ob die Karpfen schon voll im Laichgeschäft stecken. Ohne Zweifel war manch kleine Bucht voller laichender Karpfen im Flachwasser, allerdings laichen nie alle Fische gleichzeitig. Außerdem konnten wir an unseren Futterplätzen im tiefen Wasser auch noch Fische sichten. Wir wollten unseren Platz nicht aufgeben und entschieden uns deshalb nicht zu moven. Am dritten Tag wurden wir von einem Dauerton meines Bissanzeigers erlöst und als wir den Fisch gekeschert hatten waren wir umso glücklicher. Ein makelloser Flusskarpfen, schön lang und gut genährt, der knapp die 20kg Marke durchbrach.

Dieser Fisch war der Durchbruch und wir fingen nun regelmäßig Fische. Interessant fande ich es auch, immer wieder Parallelen im Beißverhalten der Fische beobachten zu können. Je nach Spot kam immer zu einer bestimmten Zeit der Biss. Egal ob das jetzt morgens, mittags oder abends war.

Nebenbei lernten wir einen Spanier kennen, der hinter unserer Angelstelle ein Ferienhaus besaß. Er war sehr freundlich und freute sich über unsere Fänge, er spendierte uns sogar Cola mit Rum und das sogar eisgekühlt. Was für ein Service! Dank meiner Spanischkenntnisse konnten wir uns gut unterhalten und er erzählte viel über die großen Fische am Ebro, aber auch über ganze Banden von Wilderern die heimlich Netze auslegen und dann tonnenweise Fische abschlagen. So hat ein solches Paradies leider auch seine Schattenseiten. Die letzten Tage genossen wir es, bei Sonne zwischen Olivenbäumen zu sitzen und richtig Urlaub zu machen. Immer wieder liefen unsere Ruten ab, und das schöne war das hohe Durchschnittsgewicht der Fische von über 16 kg. Aber egal wie groß ein Fisch ist, man kann sich sicher sein dass jeder der Torpedos einen unglaublichen Fight hinlegt der bis zum Ende hin spannend bleibt.

Und genau das ist es, was ich auch am Ebro so schätze. Einmal drillte ich schon fast eine Stunde und das bei fast geschlossener Bremse. Ich war mir schon sicher einen Waller der 2m-Klasse gehakt zu haben, doch am Ende war es eben doch ein extrem kampstarker Karpfen. Man weiß eben bis zum Schluss nie, was man gehakt hat. Nach einer schönen Woche war es dann leider an der Zeit wieder die Heimreise anzutreten. Nach Startschwierigkeiten kamen wir doch noch zum Erfolg und was mich besonders freute war das hohe Durchschnittsgewicht der Fische, ist der Ebro doch sonst Massenfänge an Karpfen um die 12-13 kg bekannt.

Lieber fange ich weniger Fische aber dafür größere. Das ist uns auch gelungen sodass wir zufrieden und mit gutem Gewissen wieder in Deutschland ankamen. Ich kann einen Trip an den Ebro nur jedem empfehlen, nicht nur wegen der guten Fangaussichten. Eine schöne Landschaft, gutes Essen, nette Spanier und das wunderbare Wetter sorgen für einen ganz besonderen Urlaubscharakter. Wenn das Ganze dann mit schönen Fischen abgerundet wird, erlebt man unvergessliche Tage und nicht umsonst habe ich mir vorgenommen, das nächste Mal zwei Wochen am Ebro zu verbringen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch erfolgreiche Sessions im Paradies für Angler…

Euer Robin Kögel

Eiszeit

EISZEIT

Wenn ich so nach draußen sehe,  dann läuft es mir eiskalt den Rücken hinunter! Warum? Das Thermometer zeigt seit Tagen Minusgrade an, welche in der Nacht sogar zweistellig werden. Eigentlich wollte ich die Saison an meinem Hausgewässer einläuten und wusste, dass dieses Unterfangen nicht leicht werden wird. Nun ist daraus aber ein fast unmöglich geworden, denn beim Eisangeln werde ich wohl eher keinen Karpfen fangen. Umdenken ist angesagt!

Zum Glück habe ich da vor der Tür noch ein Fließgewässer, welches nicht so schnell zufriert. Auf Grund der Strömung sind die Fische auch gezwungen, ab und an Nahrung zu suchen und aufzunehmen. Doch bei dieser Kältewelle wird denen auch das Maul wie zugeschweißt sein. Natürlich sind das erstmal pure Vermutungen und nur live am Wasser bekommt man die Antwort. Ich konnte mir das ein paar Tage mit ansehen, aber dann musste ich unbedingt raus. Ein paar Schneeflocken lagen noch auf dem Boden, dadurch wirken Winterbilder besonders eindrucksvoll. Damit es am Wasser etwas erträglicher ist, bereitete ich meinen Trip gut vor. Die Montagen (ohne Schnick Schnack) wurden zu Hause vorgebunden. Wegen der Hindernisse kam natürlich ein Lead Clip zum Einsatz. Die Bleie durften nicht zu leicht sein, denn viele ruhige Bereiche gibt es an meinem Flussabschnitt nicht. Wenn etwas abgestorbenes Kraut vorbei kommt und das kann an manchen Tagen alle 5 Minuten passieren, dann sollte die Montage nicht gleich neu ausgeworfen werden müssen. Es muss völlige Ruhe herrschen. Sind die Fische erst einmal weg, dann kommen sie so schnell nicht zurück. Sie sind im absoluten Energiesparmodus und schwimmen keinen Meter zu viel. Sie werden unser Futter deshalb auch nicht finden oder suchen.

Einzige Möglichkeit ist mit extremer Lockwirkung zu arbeiten. Das Futter muss so stark (und anziehend) riechen, dass es ein passiver Fisch irgendwo wahrnehmen kann und der Meinung ist, die körperliche Anstrengung müsste sich lohnen. Das funktioniert aber nur, wenn wir ganz in der Nähe von Karpfen unser Glück versuchen und sie halt auch nicht verjagen. Das Auto bleibt deshalb getrost so weit weg stehen, dass es nicht wahrgenommen werden kann. Bei den Ködern nehme ich entweder stark gedippte Boilies oder auch einfache Halibut Pellets. Als Joker wird die andere Rute nur mit einfachen Dosenmais beködert. Zum Anfüttern nehme ich gern einen fertigen Stickmix, wie zum Beispiel den Halibut Premium, weil er verschiedene Sorten und Größen von Pellets vereint. Diese geben konstant eine Lockwirkung ab und legen mir eine ordentliche Fährte zum Hakenköder. Da mische ich maximal noch eine halbe Dose von meinem Mais dazu und rühre das Ganze mit einem Booster an.

Im Winter gefällt mir der Krill Crush am besten. Es ist einfach ein hochattraktiver Lockstoff, welcher zu 100 Prozent unverdünnt verkauft wird und somit extrem anziehend wirkt. Natürlich nicht nur im Winter, aber bei widrigen Bedingungen könnten wir dadurch einen kleinen Vorteil haben. Viele kleine Vorteile ergeben irgendwann den lang ersehnten Erfolg. Man muss natürlich auch ein wenig Geduld haben und darf nicht gleich mit mehreren Fischen rechnen. Nein umgedreht, vielleicht müssen wir mehrere Ansätze für einen einzelnen Biss einplanen. Bei Erfolg ist das aber gar kein Problem, egal wie groß der Fisch ist, er wird sich in euer Gedächtnis einbrennen. Wenn ihr regelmäßig bei dieser Saukälte draußen seid, dann fällt es euch auch irgendwann nicht mehr so schwer. Ihr bekommt auch ein wenig Know How was die Bisse angeht. Irgendwann wird sich ein Muster abzeichnen und euch zeigen, welche Stelle bei welchem Wetter die größte Aussicht auf Erfolg hat. Ich gehe oft nur für ein paar Stunden ans Wasser und lasse die Ansitze fallen wie sie der Terminkalender hergibt.

Schon oft war der Nachmittag mit ein wenig warmer Sonne die günstigste Zeit, aber auch in der klirrenden Nacht konnte ich schon Fische fangen. Wichtig ist durchzuhalten. Deshalb habe ich immer den Kocher dabei und kann mir heiße Getränke zubereiten. Er hat mir auch schon mal den nassen Strumpf wieder hergerichtet. Seit dem habe ich immer Ersatzklamotten mit und natürlich auch nicht die billigsten! Funktionsunterwäsche ist heutzutage bezahlbar und unverzichtbar. Auch sehr wichtig sind warme Füße, also nicht nur mit Gummistiefeln ans Wasser gehen! Fangt ihr erst mal an zu frieren, dann wird der Ansitz ganz schnell erledigt sein, keiner hält das lange aus und man tut sich letztendlich auch keinen Gefallen damit. Nur wer es als angenehm empfindet, wird auch zeitnah wieder an einen Karpfen mitten in der Eiszeit denken und erneut angreifen.

Warme Füße und Durchhaltevermögen bis zum Ziel wünscht euch

Jens Scholz

Französischer Mai

FRANZÖSISCHER MAI

Schon seit Wochen fieberte ich auf den ersten Mai hin. Eine Woche in Frankreich stand auf dem Plan. Ein kleinerer sehr stark befischter Baggersee, den ich schon mehrere Male befischt habe, war mein Ziel.
Durch den starken Angeldruck sind die Fische hier einiges gewohnt und man muss sich immer wieder was Neues einfallen lassen um unsere schuppigen Freunde zu beeindrucken.
Insbesondere auf hochwertige Köder und ein präzises Ablegen der Montagen lege ich gerade hier sehr viel Wert und das wurde auch schon des Öfteren mit wunderbaren, kampfstarken und gewichtigen Fischen belohnt.
Am Angelplatz angekommen, wurde erst mal ne kurze Lagebesprechung mit meinem Angelpartner Sven abgehalten. Sven entschied sich die linke Seite unserer kleinem Landspitze zu befischen, also blieb mir die rechte Seite um mich zu entfalten.

Da in dem Bereich den ich befischen konnte 2 Bäume im Wasser lagen, wollte ich erstmal diese Hot Spots befischen.
Die erste Rute kam vor den einen Baum auf ca. 5m Tiefe. Als Hakenköder diente mir ein #69 ausbalanciert mit einem kleinen Pop up. Darüber verteilte ich eine Hand voll halbierte Boilies und eine kleine Portion von unseren Banane/Fisch Pellets. Da ich nicht wusste ob unsere Zielfische in Fresslaune waren, kam nur eine kleine Futtermenge zum Einsatz. Von vorherigen Trips wusste ich, das größere Futteraktionen hier am See eher abschreckend auf die Fische wirken.
Die 2. Montage landete vor dem anderen Baum, hier war das Wasser nur ca. 2,5m tief. Köder war hier ein 16mm #333 Boilie bestehend aus 2/3 Bodenköder und 1/3 Pop up. Auch hier sehr wenig Beifutter in Form von halbierten und geviertelten Boilies und ein wenig Partikelmix.

Da ich hier mit 3 Ruten fischen konnte, suchte ich mir für diese Falle eine Kante am Übergang vom tiefen zum flachen Seeteil. An der Montage sollte ein 16mm Yellow Devil gespickt mit einem Fake Maiskorn seine Arbeit verrichten.
An dieser Stelle wollte ich etwas mehr Geschmack ins Wasser bringen und mischte mir einen schönen Groundbait mit verschiedenen Partikeln, Pellets, gecrushten Boilies und Boostern aus der Gorilla Baits Range an. Daraus formte ich lose ein paar Futterballen die großflächig um den Hakenköder verteilt wurden.

Jetzt hieß es erst einmal warten und man konnte in aller Ruhe das Camp aufschlagen und sich etwas Feines zu Essen machen, man hat ja schließlich auch Urlaub.

Da es hier am See wichtig ist so wenig Unruhe wie möglich zu machen sollte man auf jede unnötige Bootsfahrt oder Futteraktion verzichten. Jede Störung wird die Fische verschrecken und sie stellen das fressen ein.
Die Hakenköder sollten so gewählt werden, dass sie gut arbeiten und dabei noch mindestens 24 Stunden am Haar halten und für die Fische attraktiv sind.

Hier kann ich mich auf die von mir eingesetzten Köder mit ihren hochwertigen Zutaten voll und ganz verlassen.
Es dauerte dann auch fast 24 Stunden bis zum ersten Signal der Bissanzeiger, die Rute am Baum im Flachwasser wollte bedient werden.
Kurz darauf landete ein schöner Schuppi im Netz. Der Anfang war gemacht.

Am frühen Morgen des 4. Tages, es wurde gerade hell, war es wieder die Rute vorm Baum im Flachwasser die mich durch einen Piep aufhorchen lies. Ganz langsam bog sich die Rutenspitze und da begann auch schon der Tanz. Auf biegen und brechen musste ich versuchen den Fisch so schnell wie möglich von den Hindernissen im Wasser weg zu dirigieren, was mir schließlich auch gelang. Als der Fisch langsam aber stetig Richtung Freiwasser zog konnte ich die Bremse etwas lösen. Mein Gefühl sagte mir das ich nun wohl einen richtig Guten Fisch an der Leine habe und so ging ich kein Risiko ein und stieg ins Boot um den Fisch im Freiwasser auszudrillen. Ein kleiner Klappanker half mir das Boot im neutralen Bereich zu verankern und so konnte ich den Fisch in Ruhe ausdrillen, ohne Angst das er in eines der zahlreichen Hindernisse entkommt bzw. mein kleines Schlauchboot als Spielball benutzt. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnte ich den Fisch endlich über den Kescher ziehen und mein Gefühl hatte mich nicht getäuscht, ein Schuppi breit wie mein Futtereimer stand da in meinem Kescher.

Ich nutzte die Unruhe durch den Drill und brachte alle Montage neu aus für die 2. Nacht.
Das Wetter änderte sich, der Luftdruck schoss in die Höhe und für die nächsten Tage war Sonne satt angesagt. Die 2. Nacht und der Tag darauf blieb es ruhig, man sah keinerlei Aktion auf oder im Wasser, keine springende, buckelnde oder gründelnde Fische, einfach tot.

Das Wetter war jetzt stabil und auch die Bissfrequenz steigerte sich langsam. Ich konnte den Rest der Woche nun regelmäßig Aktionen verzeichnen und auf alle Ruten ein paar Fische fangen.

Auf jeden Fall ein gelungener Trip denn auch mein Angelpartner Sven konnte die Woche über ein paar sehr schöne Fische überlisten.

Gruß Marco Müller

Ich krieg dich!

Ich krieg dich!

Es ist nun fünf Jahre her, als mein Verein bei Christian Steinbuch (www.beauty-carps.de) einige handausgelesene Karpfen für das eigene Gewässer gekauft hat. Ich selbst durfte sie aussuchen und schließlich auch in das neue Zuhause einsetzen. Die Fische hatten eine Größe zwischen 50 und 55 cm. Obwohl alle Fische wirklich absolute Schönheiten waren, hatte es mir vom ersten Augenblick an ein Zeiler extrem angetan. Er war einer der schönsten, die ich je gesehen habe. Christian zeigte mir noch schließlich ein Foto von ihm, als er gerade handlang war. Für mich stand auf jeden Fall fest, dass er irgendwann mal mein Fangbuch zieren muss.

 

Doch der Weg war steiniger als gedacht. Während ich regelmäßig gut fangen konnte, blieb der erhoffte Zeiler aus. Die Jahre vergingen und ich fischte immer wieder am Objekt meiner Begierde vorbei. Was an meiner Futtertaktik sollte denn nicht funktionieren? Ich besann mich schließlich auf die Zeit in der Fischzuchtanlage. Hier wurden die Fische mit Weizen und Pellets aufgepäppelt und dies brachte mich auf eine Idee. Vielleicht konnte ER sich ja an dieses Futter erinnern. Ich startete eine kleine Futterkampagne mit Cerealien. Neben Weizen und Gerste kamen noch Hartmais, Haferflocken und einige Tigernüsse zum Einsatz. Zum anrühren nutzte ich schließlich Tigernussmilch. Jeden zweiten Tag flog ein mittelgroßer Eimer voll Futter vor eine Schilfkante, an der sogut wie nie jemand fischt. Füttern konnte ich problemlos vom Ufer aus.

Als der Angeltag da war, konnte ich es kaum erwarten. Sehr neugierig fuhr ich zum Wasser. Was würde mich erwarten? Komme ich dismal an Fische heran, die sonst kaum den Weg an den Haken finden? Ist vielleicht sogar mein Zeiler dabei? Meine Rigs bastelte ich sehr sorgfältig und filigran. Ich nutzte alles eine Nummer kleiner. Aus diesem Grund nahm ich Teile aus dem Target Programm von Gardner Tackle. Die Speciskin in 10 lb passte hervorrgend zum Talon Tip in Größe 8.

Als Köder nahm ich für eine Rute eine einzelne Tigernuss und an der anderen Rute brachte ich zwei Maiskörner an – eines davon war ein buntes Fakekorn, welches leichten Auftrieb besitzt. Damit alles schöner zusammenpasst montierte ich das ganze an meine 10 ft Stalking Ruten. Ich mischte mir wieder den gleichen Eimer mit Futter an und warf vorsichtig die erste Hälfte wie gewohnt vor das Schilf. Weil ich nicht weit werfen musste, knetete ich mir noch etwas Grundfutter um das Blei herum. So konnte ich sicher gehen, dass auch meine Rigs in mitten von etwas lockenden Futter lagen. Nun hieß es abwarten und hoffen. Es war schon später Abend, als ich den ersten Biss bekam. Er war sehr zögerlich und im Drill merkte ich gleich, dass es ich da keinen Karpfen überredet hatte. Es kam eine herrliche Schleie zum Vorschein.

Darüber habe ich mich auch sehr gefreut. Ich vertraute der Taktik weiterhin und versuchte es wieder auf die gleiche Art. Natürlich hoffte ich, dass ich nicht nur andere Fischarten an mein Futter gewöhnt hatte, doch die Nacht brachte mir schnell Gewissheit. Schon gegen 23:00 Uhr lief die Nuss zum ersten Mal ab und brachte mir einen sehr schönen Spiegelkarpfen, welchen ich bis dato noch nicht kannte. Na das fing doch prima an und lies die Spannung steigen. Gegen 01:30 Uhr wieder ein Biss auf Mais. Der Drill war mittelmäßig und ich wusste, dass es kein großer Fisch sein kann. Doch im Schein meiner Lampe tauchte da eine Reihe Schuppen auf, wie aneinander gemalt. Ich war mir gleich sicher, dass ER es ist und nach einer weiteren Flucht lag er tatsächlich im Kescher. Ich musste mich sehr wundern. Er hatte es trotz seiner sehr schlanken Figur bereits auf 11 Kilo gebracht. Er war also prächtig abgewachsen und hat in seiner Schönheit nocheinmal zugelegt. Mir ist nicht bekannt, dass ihn ein anderer Angler schon auf der Matte liegen hatte. Die Umstellung meines Futters hatte also Erfolg. Offensichtlich stand der Bursche nicht auf meine sonstigen Fischmehl lastigen Köder. Ich entschied mich dazu den Fisch im Karpfensack zu hältern und band ihn wie gewohnt an einem Pfeiler an. Dann machte ich die Rute wieder starklar und versuchte noch ein wenig zu schlafen. Ich war aber sehr aufgekratzt und brachte kein Auge zu. Am Morgen beehrte mich an der selben Rute ein weiterer Karpfen, ein Schuppi – wieder relativ schlank und nicht allzu groß. Ich bin mir sicher, dass auch er nicht der Typ für einen Fischmehlboilie ist.

Ich freute mich schon auf ein paar schöne Fotos und baute vor der Abhakmatte die Kamera auf dem Stativ auf. Dann schlich ich zum Sack und zog ihn langsam heraus. Doch was war das. Der schwarze Stoff war zusammengefallen und viel zu leicht. Er war leer. Ich konnte meinen Augen nicht trauen. ER hatte sich aus dem Staub gemacht. Meine Sicherungsschlaufe war auf die Schnur herunter gerutscht. Das ist schon öfter mal passiert, aber die dadurch entstandene Schlaufe von einem Durchmesser von etwa 20 cm hat noch nie gestört. Nun war mein Zielfisch jedoch so schlank wie ein Wildkarpfen und hat tatsächlich durchgepasst. Ich war wie vor den Kopf gestoßen und musste erstmal tief Luft holen. Ich habe zwar schon einige schöne Fische gefangen, aber der war wohl der schönste. Nun muss ich ihn in meinem Gedächtnis aufbewahren, denn ihn noch einmal zu fangen, erscheint mir mehr als schwierig. Fünf Jahre lang hat ihn keiner gefangen. Er wird ein kleines Phantom bleiben. Aufgeben tue ich natürlich nicht, aber ich weiß meine Chancen realistisch einzuschätzen.

Etwas mehr Glück beim Foto’s machen wünscht Euch

Jens Scholz