EBRO – ERSATZ – TRIP

EBRO – ERSATZ – TRIP

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Für uns gehört Reisen und Karpfenangeln irgendwie zusammen und so planten Dennis und ich unseren nächsten Trip. Mitte April sollte es nach Spanien gehen, genauer gesagt nach Mequinenza. 7 Tage wollten wir kurz vor der Laichzeit im Ebro und Segre einen wahren Schatz bergen. Eine Woche Bootsangeln auf Karpfen sollte es werden, so zumindest der Plan.

Doch leider hat sich in den Wochen vor unserer Reise die Situation rund um die Corona Krise verschärft und eine Reise nach Spanien kam nicht in Frage. So standen wir nun hier und fragten uns, was wir mit unserer Woche Urlaub denn nun machen sollten?

Wir machten uns Gedanken und beschlossen die Woche an einem Baggersee bei uns um die Ecke zu verbringen. Statt der geplanten 12 Stunden Autofahrt also nur 15 min.

Da wir bereits häufiger an diesem See geangelt haben, kennen wir die Spots dort sehr gut und so entschieden wir uns, die Gelegenheit der kurzen Fahrtdistanz auszunutzen und eine Woche lang jeden zweiten Abend gegen 20.00 Uhr vor zu füttern. Mit dem Futterboot luden wir also etwa 2 kg Partikelmix und je eine Hand voll #333 und #21 Boilies in verschiedenen Größen auf vier Spots ab. Die Boilies soakten wir vorher in den neuen Natural Liquids GLM und Bloodworm und ummantelten diese anschließend mit Red Krill- und Premium Halibut Stickmix.

Als Spots wählten wir zwei kleine kiesige Plätze auf ca. 6m Tiefe unter überhängenden Bäumen, einen am Beginn einer flachen Bucht auf 5m Tiefe und einen in der Seemitte auf einem steil ansteigenden Plateau auf etwa 7m Tiefe. Als Hakenköder sollten es 20mm und 24mm #333 mit einem Maiskorn an einem 5er Wide Gap Beaked Haken sein. Wir hielten die Montagen so einfach wie möglich und fischten zwischen 130gr. und 225gr. Bleie an einer Safety-Clip Montage mit einem etwa 15 cm ummantelten Vorfach.

Die Tage der Vorbereitung vergingen wie im Flug und schon bauten wir unser Lager für eine Woche auf. Gegen 17.00 Uhr lagen alle vier Ruten und wir machten es uns auf unseren Stühlen bequem, stießen mit dem ersten Bier an und hießen den Urlaub willkommen.

Zwischen 19.30 Uhr und 20.30 Uhr liefen drei der vier Ruten auch direkt ab. Die Fische hatten sich auf unsere Zeiten des Vorfütterns eingestellt und erschienen pünktlich zum Abendessen. Lediglich die Rute auf dem Plateau lag ruhig und brachte keinen Biss und das sollte auch ein paar Tage lang so bleiben. Die erste Nacht verlief hingegen der Erwartungen sehr ruhig und blieb ohne weitere Aktion.

Am nächsten Vormittag jedoch fingen wir innerhalb von etwa 6h 12 Karpfen bis 13 kg. Teilweise hatten wir Doppelruns und wir wussten gar nicht wie uns geschieht. Die Fische standen voll auf unseren Futterplätzen und ließen sich die Köder schmecken.

Aber so schnell wie der Spuck erschien, war er auch wieder vorbei.

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Nachmittags zog langsam aber sicher ein kalter Nordwind auf, welcher voll auf unsere Seeseite drückte. Nicht nur wir hatten mit dem eiskalten Wind zu kämpfen, auch die Bisse nahmen schlagartig ab und wir fingen nur noch vereinzelt. Der Luftdruck fiel und der Wind nahm zu, eigentlich optimale Bedingungen aber die Fische fühlten sich durch den kalten Wind gestört.

Der nächste Tag verging wie im Flug und leider verstärkte sich unsere Vermutung, die Karpfen hatten sich bereits versammelt und bereiteten sich langsam auf das Laichen vor. Scheinbar verging ihnen durch den kalten Wind jedoch die Fresslaune.

Zu dieser Jahreszeit, wie auch in den meisten anderen, ist es super wichtig die Fische zu lokalisieren und so beschlossen wir, keine weitere Zeit zu verlieren, eine Runde durch den Wald zu drehen und zu schauen, ob wir Karpfen ausmachen konnten.

Nach etwa einer Stunde fanden wir eine gute Gruppe Karpfen direkt unter umgefallenen Bäumen. Das interessante an dieser Stelle war, das durch das viele Wasser im See die Bäume und auch die Wiese dahinter etwa Knietief unter Wasser stand. Die Karpfen hielten sich genau hier auf. Wie auf den Bilder zu sehen, nutzten sie die Schneise zwischen den Bäumen, um den dahinter liegenden Bereich zu erreichen, quasi wie eine Art Einfahrt. Wir dachten uns, dieser Platz ist optimal.

Wir platzierten also eine Rute für die Nacht etwa 3m vor den Bäumen auf etwa 4,5m Wassertiefe und eine für den Tag etwa 1m vor dem Baum auf etwa 3m Wassertiefe. Wir entschieden uns hier für einen #333 mit einem auffälligen 16mm #21 Pop-Up. Unser Plan ging vollkommen auf. Die Rute lag keine 5 min und schon lief sie ab.

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Von nun an kamen wieder konstant mehr Bisse, der Wind lies nach und es schien als hätten wir die Fische tatsächlich gefunden.

Nebenbei verbrachten wir bei sonnigen aber kaltem Wetter eine wirklich schöne Zeit. Und mal eben zum Duschen nach Hause fahren ist auch ein echter Vorteil.

Unsere Ruten liefen nun regelmäßig ab, jedoch blieben die wirklich Dicken aus.

Das sollte sich in der nächsten Nacht jedoch ändern. Die für die Nacht neu platzierte Rute lief tatsächlich ab und nach einem schier unendlichen Drill kescherten wir einen bulligen Schuppi. Dennis und ich schauten uns an und meinten beide, so schlecht ist der nicht. Doch was uns bei dem Blick in den Kescher erwartete konnten wir beide nicht glauben. 26,1 kg wahre Schuppen-Power, was ein Fisch und das an unserem 11 Hektar Baggersee.

Nach einer super schönen und teils verrückten Woche war es dann aber leider auch wieder an der Zeit die Heimreise anzutreten, zum Glück ja nur 15 min. Wie immer am Ende einer Reise überkommt einen das Gefühl, dass die Zeit viel zu schnell vorüberging, jedoch sind wir uns beide einig, dass wir mit Abstand das Beste aus der aktuellen Situation gemacht haben.

Wir wünschen Euch und Euren Liebsten viel Gesundheit und einen erfolgreichen Start in die neue Saison und bis bald

Dennis & Max